Auch in Frankreich ist Atomkraft teuer und gefährlich!
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Der Bericht der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN belegt überdeutlich, dass auch die französischen Atomreaktoren nicht „die sichersten der Welt sind“, dass bisher bei der Sicherheit gespart wurde und dass Atomkraft eigentlich nie zu 100% sicher sein kann.
Die post-Fukushima Stresstests haben viele wichtige Aspekte gar nicht untersucht, verlassen sich auf die Angaben der Betreiber und werden von den üblichen Experten, bzw. Behörden überprüft die die Anlagen ja auch bisher immer als „sicher genug“ oder „zufriedenstellend“ bewertet haben.
Auch wenn diese Tests somit nur eine bedingte Aussagekraft haben, sind die nun vorgelegten Ergebnisse für déi gréng doch teilweise überraschend, insbesondere für französische Verhältnisse. Für den grünen Abgeordneten Henri Kox, durfte man zwar kaum erwarten, dass offiziell auch nur ein einziger der 58 der Reaktoren sofort vom Netz müsse - obwohl ausländische Experten bereits angedeutet hatten, dass z.B. Anlagen wie Cattenom nach geltendem deutschen Recht nicht genehmigungsfähig seien und in Deutschland Anlagen mit weniger hohem Betriebsrisiko vom Netz genommen wurden – doch die in den rund 400 Seiten (+ viele Anhänge) enthaltenen Details belegen klar die Risiken und Versäumnisse bei der Sicherheit der französischen Atomanlagen.
„Im ASN-Bericht kommt keine einzige Anlage ungeschoren davon. Alle haben Schwachstellen. Überall wird nachgebessert und investiert werden müssen, damit die Reaktoren wie geplant weiterlaufen dürfen. Die neuen technischen und finanziellen Belastungen in Höhe von mindestens 10 Milliarden Euro werden die Gewinnspanne von EDF verringern, Atomstrom teurer machen, die langfristigen Aussichten der Atomenergie in Frankreich trüben und die Entwicklung der Alternativen fördern“, so der grüne Abgeordnete Henri Kox.
Für die Grünen ist klar, dass Frankreich noch zu abhängig von dieser gefährlichen Energieproduktion ist und Politik und Atomindustrie zu eng verwoben bleiben. Doch auch dort wird man bald einsehen müssen, dass Atomkraft weder billig noch sicher ist.
„Statt teure Nachrüstungen in eine gefährliche Technologie ohne Zukunft, muss Frankreich - so wie Deutschland, Belgien, Schweiz, Italien – endlich auch den Weg des Atomausstiegs angehen. Die französische Regierung und ihre Staatskonzerne wie EDF, verharren weiterhin in der Strategie des „tout nucléaire“ und investieren nur vergleichsweise wenig in den Aufbau und die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien. Damit helfen sie nicht ihrem Land sondern schaden ihm und der ganzen EU,“ so Christian Goebel, Parteipräsident von déi gréng. „Der Umstieg hilft nämlich nicht nur der Umwelt und dem Klima, sondern sichert langfristig den Wirtschaftsstandort und schafft neue sichere Arbeitsplätze.“
Durch die Nachbesserungsforderungen der Atomsicherheitsbehörde wird nun nicht nur der Neubau eines Reaktors Milliarden kosten, sondern auch der bisher sehr rentable Weiterbetrieb der alten AKWs über 30 Jahre hinaus wesentlich teurer werden als geplant. Mit den neuen von den ASN auf rund 10 Milliarden Euro geschätzten Kosten und den von EDF bereits früher angekündigten Investitionen, dürfte bereits die notwendige Summe auf über 55 Milliarden Euro steigen. Laut Finanzanalysten wird EDF dies wohl nicht ohne Strompreiserhöhungen bewältigen können und auch weniger Gewinn an die Aktionäre – d.h. vor allem den Staat – ausschütten können.
Laut déi gréng wird EDF nun für jeden der 58 Reaktoren, bzw. für jeden der 19 Produktionsstandorte die Kosten und Nutzen der zusätzlichen Belastungen abwägen müssen. „Wir hoffen natürlich, dass zumindest das wirtschaftliche Argument Staat und Betreiber dazu führen wird sich endlich für den Atomausstieg zu entscheiden und die unsichersten und ältesten Reaktoren wie z.B. das AKW Fessenheim in der Nähe von Straßburg oder Cattenom zu schließen,“ so Christian Goebel abschließend.
Auch ohne die Kosten der jahrtausendelangen und deshalb noch immer ungelösten Müll-Endlagerung mit einzurechnen, wird Atomstrom in Zukunft deutlich teurer werden. Die erneuerbaren und wirklich nachhaltigen Alternativen aber werden sich weiter verbilligen.





