Störfall in Cattenom: Sofort abschalten und von Grund auf überprüfen
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Trotz des EU Stresstestes und Kontrollen sowohl durch EDF als auch durch die französische Atomaufsicht, blieb ein gravierender Fehler im Atomkraftwerk Cattenom seit Jahrzehnten unentdeckt.
Auf Grund des Gutachtens des Regierungsexperten Dieter Majer gab es für déi gréng bereits genug Grund zur Sorge. Dieser bisher unentdeckte Fehler, der wohl schon seit Inbetriebnahme einen Ausfall der Kühlung eines Brennstab-Lagerbeckens hätte provozieren können, bestätigt nun déi gréng in ihrer Forderung nach einer sofortigen Abschaltung der Atomzentrale.Dieser Vorfall wirft nicht nur ein äußerst schlechtes Licht auf die Betreiberfirma EDF und speziell auf die Direktion der Atomanlage in Cattenom, sondern auch auf die französische Atomaufsichtsbehörde selbst.
„Trotz vieler kleinerer Kontrollen sowie den umfangreicheren 10-Jahres Überprüfungen, auf deren Basis die Laufzeit der Cattenom Reaktoren jeweils um weitere 10 Jahre verlängert wurde, blieben solch kritische Schwachstellen unentdeckt. Das ist für uns absolut inakzeptabel! Es belegt sowohl gravierende Mängel bei der Sicherheitskultur des Betreibers als auch eine leider lückenhafte Kontrolle der Atomaufsichtsbehörde ASN. Die Luxemburger Regierung muss nun darauf drängen, dass Lehren gezogen werden. Cattenom muss sofort abgeschaltet und grundlegend überprüft werden.“ fordert Christian Goebel, Parteipräsident von déi gréng.
Der grüne Abgeordnete Henri Kox ergänzt die Kritik um einen Seitenhieb auf den noch nicht ganz abgeschlossenen europäischen AKW Stresstest. Der nun erst entdeckte Fehler bei den Reaktoren 2 und 3 hätte das Leerlaufen eines Brennstab-Lagerbeckens provozieren können und die Konsequenzen davon wurden ja speziell in Fukushima deutlich. „Gerade diese Fehler und Schwachstellen hätten unbedingt beim Cattenom Stresstest gefunden werden müssen. Dieser „Fukushima-relevante“ Störfall entlarvt deshalb überaus deutlich den tatsächlichen Zweck dieser Übung: Der EU Stresstest ist kein strenges Qualitätssiegel, sondern bestenfalls ein großangelegter Etiquettenschwindel zur Beruhigung der Bürger, dessen Resultat zudem schon von Beginn an feststand!“, urteilt der grüne Abgeordnete Henri Kox.





